Bedrohungen

Weltweit sind Mangrovenwälder anthropogenen Umweltzerstörungen ausgesetzt. Eine große Bedrohung stellen vor allem Landnutzungsänderungen sowie die intensivierte Holzwirtschaft und die zunehmende Verschmutzung der Gewässer dar. Mangrovenwälder die heute noch weitestgehend intakt sind, liegen entlegen und schwer zugänglich, sind geschützt durch Reservate oder unterliegen nationalen Schutzbestimmungen (Bunting et al. 2018).

Mangrovenwälder werden maßgeblich für industrielle Nutzungen gerodet. Unter anderem für Aquakulturanlagen der Garnelen-Industrie (Ocampo-Thomason, 2006; Berlanga-Robles et al., 2011; Hamilton, 2013; Hamilton & Lovette, 2015; Ghosh et al., 2015; Kauffman et al., 2017) sowie landwirtschaftliche Nutzflächen für die Rinderzucht (Kauffman et al., 2016), für Reisfelder und Palmölplantagen (Richards & Friess, 2016). Da Mangroven an landschaftlich besonders schönen oder vom Meer aus gut zugänglichen Stellen liegen, müssen sie häufig für wassernahe Wohnbebauung, Tourismus, Golfplätze, Häfen und Industrieanlagen weichen (Murray 2007; Hirales-Cota et al., 2010; Tuholske et al., 2017; Brenner et al., 2018).

Nährstoffe, Pestizide und andere Schadstoffe aus den Abfällen und Abwässern von Landwirtschaft, Haushalten sowie Industrieanlagen der Dörfer und Städte gelangen in vielen Ländern nahezu ungefiltert in die Flüsse und belasten die flussabwärts gelegenen Mangrovenwälder (Satheeshkumar & Khan, 2011; Li et al., 2015). Änderungen der Wasserzirkulation, wie sie von Staudämmen, Bewässerungsanlagen oder sonstigen exzessiven Wasserentnahmen herrühren, gefährden die Mangroven aufgrund der spezifischen Anforderungen an Wassertiefe und Gezeitenströmungen ebenfalls. Indirekte Folgen sind Vertrocknung und Versalzung der Böden, Küstenerosion und andere Auswirkungen, die zum Verlust der Mangrovenbestände führen.

Auch wird erwartet, dass Mangroven infolge des Klimawandels sehr empfindlich auf den damit einhergehenden Anstieg des Meeresspiegels reagieren. An einigen Standorten werden sich die Mangroven möglicherweise landeinwärts zurückziehen können, dies hängt jedoch von der Verfügbarkeit eines geeigneten Lebensraums ab – sowie von verfügbarem Sediment, welches ein “Mitwachsen” mit dem Meeresspiegelanstieg ermöglicht (Lovelock et al., 2015). Allerdings leiden viele Küsten aufgrund der zunehmenden Verstädterung unter einem Verlust der Biosphäre.

Schätzungen zufolge betrug der weltweite Mangrovenbestand im Jahre 1980 rund 187.940 km² und reduzierte sich bis zum Jahre 2014 auf 81.484 km² (Hamilton & Casey, 2016). Der Malaiische Archipel weist eine der höchsten Verlustraten auf. Auf der indonesischen Hauptinsel Java gingen von 1800 bis 2012 rund 75% der ursprünglichen Fläche verloren. In Südostasien war in den letzten 30 Jahren vor allem die Aquakulturindustrie für die Abholzung der Mangrovenwälder verantwortlich. Von 2000 bis 2012 wurden zahlreiche Flächen einer anderen Nutzung überführt: in Indonesien rund 48,6% für Aquakultur und 15,7% für Palmölplantagen; in Myanmar 87,6% für Reisplantagen und in Malaysia 38,2% für Palmölplantagen sowie 14,7% für Aquakultur. Auch in Lateinamerika sind die Garnelenzucht sowie die Ausweitung der Siedlungs- und Landwirtschaftsflächen Verursacher extensiver Rodungen von Mangrovenwäldern (Richards & Friess, 2016). Bei gleichbleibenden Umwandlungsraten (0,7 – 3,0% pro Jahr) könnten in den nächsten 100 Jahren fast 100% der Mangroven verloren gehen (Pendleton et al., 2012).

wocomoTRAVEL (2008)

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