Küstenschutz

 

Mangrovenwälder dienen als natürlicher Küstenschutz vor Wellen, Sturmfluten und Überschwemmungen (World Bank, 2016; Marois & Mitsch, 2015). Heute schützen sie weltweit mehr als 18 Millionen Menschen vor Überflutungen. Durch den dichten Pflanzenbewuchs reduzieren Mangroven die Wirkung von Naturkatastrophen im Landesinneren (Abbildung 1). So kann ein Mangrovenwald von 500 Metern Breite Wellenhöhen um 50 bis 100 Prozent senken. Ebenso tragen Mangroven dazu bei, die Küstenlinien zu stabilisieren und die Küstenerosion zu mindern, indem sie Höhe und Energie der Wellen abmildern und so die erosiven Kräfte auf das Sediment minimieren (McIvor et al., 2012; Losada et al., 2018).

Besonders in Entwicklungsländern spielen Mangroven daher eine wichtige Rolle beim Katastrophenschutz und zunehmend auch bei der Anpassung an den Klimawandel. Der Verlust des natürlichen Küstenschutzes muss an vielen Orten, an denen die Mangrovenwälder bereits vernichtet wurden, durch aufwändige und kostspielige Hochwasserschutzmaßnahmen kompensiert werden. Oder aber, es wird nichts getan, und die küstennahen Ortschaften bleiben den erheblich gestiegenen Risiken durch das Meer schutzlos ausgesetzt.

Die Philippinen sind ein Beispiel für die verheerenden Auswirkungen der Zerstörung von Mangrovenwäldern. Zwischen 1950 und 2010, sind – gemessen an der aktuellen Bevölkerung – rund 267.000 Menschen mehr pro Jahr den Überschwemmungen ausgesetzt. Die Wiederherstellung dieser Mangroven würde einen Überschwemmungsschutz von mehr als 450 Millionen US-Dollar pro Jahr bringen. Durch einen weiteren Verlust der bestehenden Mangroven (Daten von 2010) wären jährlich 24% mehr Menschen von Überflutungen betroffen, d. h. weitere 613.000 Menschen, von denen viele in Armut leben (Losada et al., 2017).

 

Abbildung 1 Mangroven verhindern Erosion und reduzieren die Kraft von Wellen, Sturmfluten und Überschwemmungen (Quelle: Losada et al., 2018).