Wasserqualität

Die Pflanzengemeinschaften der Küstengewässer – wie Mangrovenwälder oder Seegraswiesen – haben eine wichtige Funktion bei der Reinigung von Gewässern (Satheeshkumar & Khan, 2011; Hogarth, 2015; World Ocean Review, 2017). Mangroven leiden meist unter einer Kombination aus Verschmutzungen: Schwermetalle, Pestizide, Abwasser, Öl, Plastikmüll.

Weltweit führt die Intensivierung der Landwirtschaft – mit dem Ziel, immer höhere Erträge zu erwirtschaften – dazu, dass auch immer mehr Nährstoffe (Phosphat, Nitrat) und Chemikalien (Pestizide, Herbizide) in die Gewässer eingetragen werden. In der Folge kommt es zu Überdüngungen. Der hohe Nährstoffeintrag regt das Algenwachstum an und im Extremfall entstehen sauerstofffreie Zonen (tote Zonen), in denen Tiere nicht überleben können.

Rückstände aus der Bergbau-Industrie (Tailings), Industrie- und städtische Abwässer beinhalten insbesondere Quecksilber, Blei, Cadmium, Zink und Kupfer. Viele Schwermetalle fallen als unlösliche Sulfide aus; andere binden an organische Verbindungen im Sediment und formen eine Senke.

In vielen Regionen, in denen Mangroven vorkommen, wird eine intensive Aquakultur betrieben. Da die Tiere dort in Massentierhaltung gezüchtet werden, sind sie anfälliger für Krankheiten, weshalb Medikamente und Antibiotika vorbeugend eingesetzt werden. Hinzu kommen Kot und Futterreste, die die Wasserqualität zusätzlich massiv beeinträchtigen.

Ebenfalls problematisch ist der hohe Eintrag von Plastikmüll, welcher landseitig über die Flüsse sowie meerseitig durch den Wechsel der Gezeiten, in die Mangrovenwälder eingetragen wird. Dieser wird von dem dichten Wurzelwerk zurückgehalten und sammelt sich hier an – ohne die Mangroven, würde der Müll aus dem Landesinneren ungehindert in die Meere gelangen.

Aufgrund ihrer Lage an Küstenlinien befinden sie sich oftmals in direkter Umgebung von Häfen – so kommt es häufig zu Ölverschmutzungen durch Schiffwracks, Tanks und durch das Platzen von Pipelines.

Während in Industrieländern die Klärtechnik meist hochentwickelt ist, ist die Abwasseraufbereitung in Entwicklungsländern meist ungenügend oder gar nicht vorhanden. Mangrovenwälder sind gerade dort besonders wichtig – da sie durch ihre Wurzelsysteme große Mengen an Nährstoffen aufnehmen und das schlickhaltige sowie sauerstoffarme Sediment viele Schadstoffe / Schwermetalle absorbiert.

Damit übernehmen Mangroven die Funktion natürlicher Kläranlagen und tragen zu einem besseren Zustand des Meereslebensraums bei.